Mittwoch, 17 März 2021 12:06

Besteuerung von Kryptowährung

Experten rechnen damit, dass die Kryptowährungen sich noch weiter entwickeln werden. Nicht nur Aktionäre sind auf diesen Wirtschaftszweig aufmerksam geworden, sondern auch das Finanzamt.

Bei der Besteuerung von Kryptowährungen sind grundsätzlich zwei Bereiche zu unterscheiden: Kryptowährungen bei Privatpersonen und im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit.

Privatpersonen


Kryptowährungen sind keine Kapitalanlagen (wie Aktien), sondern Wirtschaftsgüter. Daher führt der Tausch der Kryptowährungen in Geld oder andere Kryptowährungen innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist zu einem privaten Veräußerungsgeschäft (§ 23 Abs. 1 Satz. 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG)). Sofern die Gewinne die Freigrenze von 600 Euro nicht übersteigen, bleiben diese außer Ansatz. Die Gewinne unterliegen nicht, wie z.B. Aktienverkäufe, der Abgeltungssteuer, sondern werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz (bis 45 %) versteuert. Für Privatpersonen sollte es schwierig sein, den steuerlichen Pflichten entsprechend nachzukommen, da die Handelsplattformen keine entsprechende Dokumentation der Transaktionen zu Verfügung stellen.


Gewerblicher Krypto-Händler


Sofern die Tätigkeit als gewerbliche Tätigkeit einzustufen ist (u.a. nachhaltig, mit der Absicht Gewinne zu erzielen), müssen die Einnahmen abzüglich der Ausgaben (z.B. Kosten für IT) als gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG) erklärt werden. Die Abgrenzung zwischen der privaten Vermögensverwaltung und dem gewerblichen Krypto-Händler ist meistens fließend und bedarf einer Einzelfallwürdigung. Die Gewinne aus den Geschäften unterliegen dann, unabhängig von der einjährigen Spekulationsfrist, der Einkommensteuer und ab Einkünften von 24.500 Euro auch der Gewerbesteuer (ca. 17 %).


Umsatzsteuerliche Folgen ergeben sich aus dem Handel mit Kryptowährung i.d.R. nicht. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) v. 22. Oktober 2015 (C-264/14) fällt der Umtausch von Bitcoins unter die Steuerbefreiung des Art. 135 Abs. 1 Buchst. e MwStSystRL. Diese Auffassung des EuGH sollte auch auf vergleichbare Kryptowährungen Anwendung finden. Ob das sog. Mining (= Erzeugen von Bitcoins) eine umsatzsteuerliche Leistung auslöst, ist allerdings noch nicht geklärt.