Mittwoch, 19 Januar 2022 12:27

Verschärfung bei Kapitalgesellschaften

Die zum 01.07.2021 vorgenommenen grunderwerbsteuerlichen Neuregelungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Nachfolgegestaltung. 

So unterliegt die Vereinigung von 90% der Anteile an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft innerhalb von 10 Jahren nunmehr der Grunderwerbsteuer.

Die Beteiligungsgrenze wurde somit von 95% auf 90% gesenkt, während der Beobachtungszeitraum von 5 Jahren auf 10 Jahre erhöht wurde. 

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Neuregelung der § 1 Abs. 2b GrEStG eingeführt. Infolgedessen unterliegen bei grundbesitzenden Kapitalgesellschaften nun auch die Gesellschafterwechsel, die innerhalb von 10 Jahren dazu führen, dass sich der Gesellschafterbestand zu 90% zugunsten von Neugesellschaftern ändert, der Grunderwerbsteuer. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die 90% nicht in einer Hand gehalten werden müssen. Damit wird erstmals bei Kapitalgesellschaften auf die Veränderung im Gesellschafterbestand abgestellt, ohne dass die einzelnen Gesellschafter eine bestimmte Beteiligungshöhe erreichen müssen. Vor allem dieser Punkt führt zu erheblichen Auswirkungen in der Nachfolgegestaltung.

So ist unter anderem die Anwendbarkeit von personenbezogenen Befreiungsvorschriften näher zu prüfen (vor allem bei teilentgeltlichen Übertragungen).Vor dem Hintergrund der Neuregelungen ist bei Übertragungen von grundbesitzenden Kapitalgesellschaften Vorsicht geboten. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben oder in einem solchen Fall steuerliche Unterstützung benötigen, steht Ihnen unser Partner, Christian Brütting, gerne zur Verfügung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).