Dienstag, 15 Juni 2021 07:45

Erschwerung der Share Deals

Mit Verabschiedung der grunderwerbsteuerlichen Reform soll die Behandlung von Share Deals ab dem 1. Juli 2021 neu geregelt und eine missbräuchliche Steuergestaltung verhindert werden.


Bei Anteilskäufen (sogenannten Share Deals) löst ein Übergang von mindestens 95% der Anteile am Vermögen einer immobilienhaltenden Personengesellschaft innerhalb von fünf Jahren – nach aktuellem Recht – Grunderwerbsteuer aus.


Mit der Grunderwerbsteuerreform wird die Beteiligungsgrenze von 95% auf 90% abgesenkt und der Beobachtungszeitraum auf 10 Jahre verlängert werden.
Grundsätzlich gelten bei Kapitalgesellschaften die gleichen Neuregelungen wie bei den Personengesellschaften. Bei Kapitalgesellschaften ist durch die Reform allerdings ein weiterer Punkt zu beachten.

So ist nun nicht nur die Anteilsvereinigung von mehr als 90% der Anteile in einer Hand, sondern auch die bloße Anteilsübertragung von mehr als 90% der Anteile grunderwerbsteuerlich relevant. Dementsprechend ist es ausreichend, wenn im Gesellschafterbestand einer Kapitalgesellschaft innerhalb eines 10-Jahres-Zeitraumes Veränderungen bei mehr als 90% der Anteile vorliegen, um einen grunderwerbsteuerlichen Tatbestand auszulösen.

Somit ist es nicht zwingend notwendig, dass nur ein Gesellschafter diese Beteiligungsschwelle überschreitet. Schuldner der Grunderwerbsteuer ist die Kapitalgesellschaft.
Die Neuregelungen gelten nicht für Kapitalgesellschaften, deren Anteile an einem organisierten Markt in der EU/EWU oder einem anerkannten Dritthandelsplatz zugelassen sind.
Bei Rückfragen steht Ihr Berater von audalis Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung