Mittwoch, 17 März 2021 11:57

Besteuerung von Influencern

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat angekündigt, die Tätigkeiten von Influencern im Jahr 2021 schärfer zu überwachen und die Besteuerung der Einkünfte sicherzustellen.

Das BMF hat einen Leitfaden für die Besteuerung von Influencern veröffentlicht.


A. Steuerarten


Ist der Influencer regelmäßig, selbstständig und mit der Absicht, Einnahmen zu erzielen, tätig, erzielt dieser in der Regel Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Als sog. “Gewerbetreibender“ ist der Influencer verpflichtet, Einnahmen und Ausgaben aufzuzeichnen und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt abzugeben. Am Ende des Jahres ist der Gewinn aus der Tätigkeit in einer Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) zu ermitteln und mit der Anlage G (Gewerbebetrieb) elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.


Erzielt der Influencer einen Gewinn von über 24.500 €, unterliegt dieser Gewinn der Gewerbesteuer.
Für Leistungen (z.B.) des Influencers fällt Umsatzsteuer an. Die Umsatzsteuer wird allerdings nicht erhoben, wenn die Umsätze zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 22.000 € (bis 2019: 17.500 €) nicht überstiegen haben und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen werden (§ 19 UStG).

 

B. Einkünfte

1. Affiliate-Marketing/Werbeeinnahmen


Die Einnahmen führen zu steuerpflichtigen Einnahmen, die entweder im Zeitpunkt des Zuflusses (bei Einnahme-Überschuss-Rechnung) oder im Zeitpunkt der wirtschaftlichen Zugehörigkeit (bilanzierender Steuerpflichtiger) zu erfassen sind.

2. Gestellung von Produkten


Zugesendete Produkte stellen Betriebseinnahmen dar, die mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort zu bewerten sind (§ 8 Abs. 2 S. 1 EStG).
Die Produkte führen im Betriebsvermögen entweder durch Verbrauch (Umlaufvermögen) oder durch Abschreibung (Anlagevermögen) zu Betriebsausgaben. Wird das Produkt überwiegend privat genutzt, ist das Produkt mit dem Teilwert zu entnehmen. Es kann dabei Umsatzsteuer und Einkommensteuer anfallen.
Folgende Maßnahmen beeinflussen die Besteuerung der Produktgestellung:

1. Die Rücksendung des Produkts führt nicht zu einer steuerpflichtigen Entnahme.

2. Die Verlosung (z.B. an Follower) führt nicht zu einer steuerpflichtigen Entnahme.

3. Eine Sachspende für steuerbegünstigte Zwecke führt zu einer Entnahme zum Buchwert (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 S. 4 EStG).

4. Wenn das Unternehmen, welches das Produkt zur Verfügung stellt, die Steuer für die Sachzuwendung nach § 37b EStG pauschal besteuert, bleibt das Produkt beim Influencer außer Ansatz.