Dienstag, 20 Juli 2021 10:07

Ortsbestimmung Online-Seminare

Seit Beginn der Pandemie finden viele Veranstaltungen nur noch online statt. Das Bundesministerium für Finanzen hat auf diesen Wandel reagiert und die umsatzsteuerliche Beurteilung von Online-Seminaren angepasst..

Für die umsatzsteuerliche Ortsbestimmung ist, wie bisher, zu unterscheiden, ob der Leistungsempfänger ein Unternehmer i.S.d. Umsatzsteuergesetzes (UStG) oder eine Privatperson ist.

Bisher wurde bei unternehmerischen Leistungsempfängern auf die Art der Veranstaltung abgestellt. Dabei wurde zwischen offenen und geschlossenen Veranstaltungen unterschieden. Bei offenen Veranstaltungen (d.h. nicht begrenzt auf eine bestimmte Personengruppe bzw. -Anzahl) wurde der Veranstaltungsort als Ort der Leistung festgelegt. Bei geschlossenen Veranstaltungen wurde der Sitz des Leistungsempfängers als umsatzsteuerlicher Leistungsort definiert.

Mit dem neuen Verwaltungsschreiben wird bei unternehmerischen Leistungsempfängern auf die physische Anwesenheit am Veranstaltungsort abgestellt. In der Praxis können durch das neu definierte Veranstaltungsortprinzip Registrierungspflichten ausländischer Unternehmer entstehen.

Für Online-Veranstaltungen gilt nach § 3a Abs. 2 UStG weiterhin der Sitz des Leistungsempfängers als Ort der Leistung. Sofern der Leistungsempfänger ein ausländischer Unternehmer ist, gilt dieser als Schuldner der entstandenen Umsatzsteuer (Wechsel der Steuerschuldnerschaft gem. § 13b UStG).

 

 

Art der Leistung

Empfänger

Ort der Leistung

Vorschrift

Veranstaltung (vor Ort, d.h. physische Anwesenheit)

Unternehmer

Veranstaltungsort

§ 3 Abs. 3 Nr. 5 UStG

Veranstaltung (keine physische Anwesenheit, z.B. Online-Veranstaltung)

Unternehmer

Sitz des Leistungsempfängers

§ 3a Abs. 2 UStG

Jegliche Veranstaltungen

Kein Unternehmer

Veranstaltungsort

§ 3a Abs. 3 Nr. 3 lit. a) UStG