Freitag, 24 Februar 2023 07:28

Probearbeiten - kein Problem?

Fall: Vor dem Beginn eines Arbeitsverhältnisses möchte der Arbeitgeber einen Bewerber zunächst im betrieblichen Ablauf näher kennenlernen.

Die naheliegende Vereinbarung eines (unbezahlten) Probearbeitsverhältnisses ist für den Arbeitgeber jedoch rechtlich sehr riskant, da das Probearbeitsverhältnis einem normalen Arbeitsverhältnis völlig gleichsteht.

Praxistipp: Als Arbeitgeber sollten Sie daher stets ausdrücklich ein sog. Einfühlungsverhältnis vereinbaren und dies tatsächlich auch entsprechend umsetzen! Demnach verpflichtet sich der Bewerber weder zur Erbringung einer konkreten Arbeitsleistung noch zur Einhaltung bestimmter Arbeitszeiten. Unschädlich ist es aber, dass der Bewerber in der Einfühlungsphase bereits eine verwertbare Arbeitsleistung erbringt.

Der (unbeabsichtigte) Abschluss eines (Probe)Arbeitsvertrages kann dagegen für den Arbeitgeber erhebliche Folgen haben, da nunmehr nicht nur Vergütungsansprüche anfallen, sondern das Arbeitsverhältnis auch schriftlich unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfristen beendet werden muss.

Möchte der Arbeitgeber den Bewerber dagegen befristet ohne Sachgrund einstellen, ist dies nicht mehr möglich, da eine Zuvor-Beschäftigung aufgrund des Probearbeitsverhältnisses vorliegt.

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Gerne können Sie sich direkt an Herrn Rechtsanwalt Michael Kretschmann und Herrn Rechtsanwalt Dr. Barg oder in Berlin an Frau Martina Koch wenden.