Montag, 06 April 2020 14:03

Ihre Berater informieren - die neusten Informationen

Ihre Berater informieren über (einkommen-)steuerliche Themen, die im Rahmen der Corona-Krise zu beachten sind.


Die Ankündigung des Bundesministerium für Finanzen Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Beitrag von € 1.500 im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei zu stellen, haben wir als Anlass genommen mit unseren heutigen Sondernewsletter Sie auf verschiedene (einkommen-)steuerlich relevante Themen hinweisen, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise auch für Sie relevant sein kann.


Wir möchten Sie zu folgenden Punkten informieren:

I. Steuerfreiheit von Bonuszahlungen
II. Lohnersatzleistungen bzw. betrieblichen Soforthilfen
III. Soforthilfen / Zuschüsse
IV. Häusliches Arbeitszimmer
V.   Firmen-PKW – Versteuerung der Wege zwischen Wohnung und
      Arbeitsstätte
VI. Kinderbetreuung und Kindergartenzuschuss



I. Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit von Sonderzahlungen bis
€ 1.500

Das Bundesfinanzministerium hat am 3. April 2020 verkündet, dass Sonderzahlungen für Beschäftigte bis zu einem Beitrag von € 1.500 im Jahr 2020 steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt werden.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.

Aus Basis des Wortlautes der Ankündigung des Bundesfinanzministerium wird keine Einschränkungen bei den Berufsgruppen gemacht, für die eine steuer- und sozialversicherungsfreie Sonderzahlung möglich sein soll. Sofern sich in diesem Punkt noch eine Konkretisierung bzw. Einschränkung ergibt, werden wir Sie umgehend informieren.

II. Lohnersatzleistungen
Zu den Lohnersatzleistungen im Rahmen der Corona-Krise zählen vor allem das Kurzarbeitergeld und die Verdienstausfallentschädigung im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes.

Positiv an beiden Lohnersatzleistungen ist, dass sowohl das Kurzarbeitergeld (§ 3 Nr. 2a EStG) wie auch die Verdienstausfallentschädigung (§ 3 Nr. 25 EStG) einkommen- und lohnsteuerfrei sind.

Dennoch gilt für beide Lohnersatzleistungen (wie z.B. auch bei Elterngeld etc.), dass diese dem Progressionsvorbehalt unterliegen; d.h. bei der Ermittlung des anzuwendenden Steuersatzes berücksichtigt werden. Dies wird in der Regel dazu führen, dass für Personen, die Kurzarbeitergeld bzw. eine Verdienstausfallentschädigung bezogen haben, die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung besteht.

III. Soforthilfen / Zuschüsse
Zu den in Rahmen der Corona-Krise gewährten Zuschüsse fallen zur Zeit unter anderem

  • die Soforthilfe in Höhe von € 9.000, € 15.000 bzw. € 25.000 des Bundes / NRW-Soforthilfe für Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmen,
  • Zuschuss für freischaffende Künstlerinnen und Künstler in NRW oder
  • vergleichbare nicht zurückzahlbare Zuschüsse
Anders als bei den Lohnersatzleistungen sind die nicht zurückzahlbaren Zuschüsse steuerpflichtig. Die Ungleichbehandlung zu den Lohnersatzleistungen ist der Bundesregierung bewusst und Finanzminister Scholz hat eine Steuerfreiheit der Zuschüsse in Aussicht gestellt. Wie dies umgesetzt wird bleibt allerdings abzuwarten.  

IV. Häusliches Arbeitszimmer
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können dann abgezogen werden, wenn

  • das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt (Aufwendungen können in voller Höhe berücksichtigt werden) oder
  • das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt, aber für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (Aufwendungen sind bis zur Höhe von € 1.250 abzugsfähig).
Aufgrund der durch die Corona-Krise verordneten Arbeit von zu Hause sollte sich das Thema Aufwendungen für häusliches Arbeitszimmer für viele Personen stellen. Zwar wird in den meisten Fällen das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit darstellen, es ist aber hervorzuheben, dass auch nach Meinung der deutschen Finanzverwaltung sich die Nutzungsverhältnisse des häuslichen Arbeitszimmers im Jahr wechseln können (z.B. ein IT-Mitarbeiter, der normaler Weise im Unternehmen seine Tätigkeit ausübt, arbeitet während der Corona-Krise ganztägig aus dem Homeoffice). Denn während der verordneten Tätigkeit von zu Hause sollte durchaus die Meinung vertreten werden können, dass während dieses Zeitraums das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit darstellt und somit die Aufwendungen – zumindest zeitanteilig für diesen Zeitraum - in voller Höhe berücksichtigt werden können.

Zu berücksichtigende Kosten sind grundsätzlich

  • Miete,
  • Gebäude-AfA, Absetzungen für außergewöhnliche techni­sche oder wirtschaftliche Abnutzung, Sonderabschreibungen,
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,
  • Wasser- und Energiekosten,
  • Reinigungskosten,
  • Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen,
  • Renovierungskosten.
Es ist daher zu empfehlen während der Zeit der durch die Corona-Krise bedingten Arbeit von zu Hause entsprechende Unterlagen über die Anordnung der Arbeit im Homeoffice (oder vergleichbare Vereinbarungen) wie aber auch zu den zu berücksichtigenden Kosten zu sammeln, um im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2020 die für sich steuerlich möglichst optimale Position einzunehmen.

V. Firmen-PKW – Versteuerung der Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Jeder „Besitzer“ eines Firmen-PKW weiß, dass zur Abgeltung des privaten Nutzungsvorteils neben der pauschalen 1%-Versteuerung auch noch die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte der Lohnbesteuerung unterliegen. Die Besteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gilt dabei unabhängig von der tatsächlichen Nutzung des Firmen-PKWs.

Von der Besteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann jedoch abgesehen werden, wenn der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich erklärt, dass er den Firmen-PKW an keinem Tag im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt hat; in diesem Fall muss im Lohnsteuerabzugsverfahren kein Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte versteuert werden. Wenn die Voraussetzung für den gesamten Monat nicht vorliegen (zum Beispiel weil an einem oder zwei Tagen das Büro aufgesucht wurde), könnte auch durch eine Einzelbewertung der Fahrten eine niedrigere Lohnversteuerung erreicht werden. In diesem Rahmen hat der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber für den Kalendermonat schriftlich zu erklären, an welchen Tagen der Firmen-PKW tatsächlich für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzt wurde. Die 1%-Versteuerung wird allerdings weiterhin bestehen bleiben.

VI. Kinderbetreuung und Kindergartenzuschuss
Für Kinderbetreuungskosten ist grundsätzlich nur ein Abzug als Sonderausgaben möglich (das BVerfG und der BFH stellten fest, dass Kinderbetreuungskosten keine Werbungskosten darstellen, selbst wenn die Kinderbetreuung unerlässliche Voraussetzung für die Ausübung des Berufs ist). Es kommt nicht darauf an, warum die Kinderbetreuungskosten angefallen sind. Als Sonderausgaben sind Kinderbetreuungskosten unter folgenden Voraussetzungen abzugsfähig:

  • zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens € 4.000 je Kind, der Kinderbetreuungskosten,
  • die Kinder haben das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet oder
  • wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außer Stande ist, sich selbst zu unterhalten.
Der Begriff der Kinderbetreuung ist weit zu fassen. Er umfasst nicht nur die behütende und beaufsichtigende Betreuung, sondern auch die pädagogisch sinnvolle Gestaltung der in Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen verbrachten Zeit. Der Bildungsauftrag dieser Einrichtungen hindert den vollständigen Abzug der von den Eltern geleisteten Beiträge und Gebühren grundsätzlich nicht. Nicht begünstigt sind dagegen Aufwendungen für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen.

Des Weiteren ist hervorzuheben, dass Arbeitgeber an Arbeitnehmer Zuschüsse für die Unterbringung von Kindern in Kindergärten grds. steuerfrei zahlen können. Da im Rahmen der Corona-Krise die Kindergärten geschlossen sind und die Kindergartenträge stellenweise die monatlichen Kindergartengebühren erstatten bzw. erlassen, hätte dies zur Folge, dass die Arbeitgeberzuschüsse steuerpflichtigen Arbeitslohn darstellen.

Sollten Sie zu einzelnen Fragenkomplexen Fragen oder Anmerkungen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren persönlichen Ansprechpartner im audalis-Team. Gerne stehen Ihnen auch die Mitglieder der Corona-Task Force für Ihre Rückfragen  zur Verfügung.

Nutzen Sie dazu unsere gesonderte e-mail-Adresse:
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Ihre Spezialisten für den jeweiligen Fachbereich:

Arbeitsrecht - Dr. Eric Sebastian Barg
Insolvenz- & Gesellschaftsrecht – Dr. Aare Schaier
Steuerrecht - Olaf Becker / Georg Schleithoff
Betriebswirtschaft – Guido Geis


Bleiben Sie bitte vor allem gesund.

Ihr audalis-Team

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