Mittwoch, 16 September 2020 09:54

Unternehmensnachfolge in der Pandemie

Eine zusätzliche „Falle“ droht in der Erbschaft- und Schenkungsteuer: Unter bestimmten Voraussetzungen können ...


Unter bestimmten Voraussetzungen können bei erbschaft- und schenkungsteuerlichen Übertragungen von Unternehmen bzw. Betriebsvermögen gesetzliche Verschonungen in Anspruch genommen werden. Aufgrund des Corona-Virus gestaltet sich allerdings das Erfüllen dieser Voraussetzungen für diverse Unternehmen schwierig: Es droht aktuell eine „Steuerfalle“ auch und gerade für Altfälle, deren Nachkontrollfristen laufen.
So sind neben der Einhaltung von bestimmten Quoten hinsichtlich des Verwaltungsvermögens und der Einhaltung der gesetzlichen Behaltefristen auch die Lohnsummenregelungen zu berücksichtigen. Diese Lohnsummenregelungen können nun aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden vermehrten Inanspruchnahme von Kurzarbeit problematisch werden.


Grundsätzlich setzt die Lohnsummenregelung voraus, dass die jährlichen Lohnsummen des übertragenden Unternehmens nach der Übertragung für eine bestimmte Dauer die Ausgangslohnsumme nicht unterschreiten. Dabei ist die Ausgangslohnsumme die durchschnittliche Lohnsumme eines relevanten Vergangenheitszeitraums. Die Lohnsumme setzt sich aus allen Vergütungen wie Löhne und Gehälter sowie andere Bezüge und Vorteile zusammen, die von dem Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt werden.


Bei der Berechnung der Lohnsummen stellt sich nun u.a. die Frage, ob und inwiefern das Kurzarbeitergeld diese beeinflusst. Grundsätzlich ist bei der Ermittlung der Lohnsumme lt. Finanzverwaltung vereinfachend auf den in der GuV ausgewiesenen Aufwand für Löhne und Gehälter zu blicken. Da das Kurzarbeitergeld in der Regel geringer ist als das übliche Gehalt, wirkt sich das Kurzarbeitergeld negativ auf die Lohnsummenkontrolle aus. Dementsprechend kann es durchaus passieren, dass die Voraussetzungen hinsichtlich der Lohnsumme aufgrund der Inanspruchnahme von Kurzarbeit nicht erfüllt werden können. Es droht dann eine Nachversteuerung in der Erbschaft- und Schenkungsteuer.


Der Verband „Die Familienunternehmer“ hat diese Umstände öffentlich kritisiert und den Gesetzgeber aufgrund der Krisensituation zu einer Anpassung aufgefordert, um den Mittelstand krisenbezogen zu entlasten. Leider ist die Bundesregierung diesem Wunsch bisher (bspw. im Regierungsentwurf des Jahressteuergesetzes 2020) nicht nachgekommen. Daher ist zurzeit die Wahrscheinlichkeit deutlich gesunken, dass Krisenerleichterungen an dieser Stelle geschaffen werden: Die Unternehmen müssen sich deshalb mit diesem Problem aufgrund der herrschenden Rechtslage auseinandersetzen und ggf. Gegenmaßnahmen einleiten.


Wir stehen gerne zur Verfügung, um die entsprechenden Auswirkungen für Ihren Einzelfall zu diskutieren. Ihre Ansprechpartner im Hause – neben Ihren Mandatsverantwortlichen - sind Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Christian Brütting (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Georg Schleithoff (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).